Geschichte

Schattendorf liegt hart an der Grenze zu Ungarn. Durch die geschichtliche Entwicklung und der vor mehr als 90 Jahren erfolgten Grenzziehung sind große regionale Unterschiede zwischen dem Großraum Sopron (ca. 53.000 Einwohner) und den in nördlicher Richtung angrenzenden Gemeinden in Österreich in fast allen gesellschaftlichen Bereichen entstanden. Nicht nur die wirtschaftliche Benachteiligung ist gerade in den Grenzgemeinden auf ungarischer, aber auch auf österreichischer Seite unangenehm spürbar geworden. Über 90% der arbeitenden Bevölkerung musste und muss bis dato ein Pendlerdasein führen. Von einer gesamtheitlichen gesundheitspolitischen Entwicklung war und ist man weit entfernt, ganz zu schweigen von einer funktionierenden grenzübergreifenden Altenbetreuung und –pflege.

Idee

Da die Hauskrankenpflege sich immer mehr als eine Art Marktlücke herausstellte und auch die Nachfrage in der Gemeinde Schattendorf größer wurde, ist auf Initiative von Vizebürgermeister Hans Lotter ein eigener Hauskrankenpflegedienst eingerichtet worden. Gemeinsam mit einigen Mitarbeitern ist das Konzept „Soziale Dienste Schattendorf“ in seinen Grundsätzen erarbeitet worden. Einerseits sollte damit eine Pflegeeinrichtung geschaffen werden, andererseits sollten damit auch in der Region Arbeitsplätze geschaffen werden.

Philosophie

Die Philosophie dahinter war immer, die Bevölkerung von Anfang an mit einzubeziehen. Sie sollten bei der Entstehung des Dienstes aktiv dabei sein. Natürlich unter Einbindung anerkannter Persönlichkeiten aus der Gemeinde, die von Beginn an hinter diesem Projekt standen, um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Ein weiterer Gedanke war, Arbeitsplätze zu schaffen.

Bedarfserhebung

Mittels eines Fragebogens wurden an alle SchattendorferInnen über 65 Jahre Fragen zur Altenbetreuung gestellt. Die Fragebögen wurden persönlich vom Aktionsteam abgeholt.

Fragebogen:

1. Finden Sie die Einrichtung eines sozialen Dienstes notwendig? Ja/Nein
2. Würden Sie den Altenbetreuungsdienst in Anspruch nehmen? Ja/Nein
3. Wenn ja, welche Hilfe erwarten Sie sich vom Betreuungsdienst?
4. Welchen Kostenbeitrag sind Sie pro Einsatzstunde bereit zu zahlen?
5. Werden Sie von Familienangehörigen betreut? Ja/Nein
6. Werden Sie bereits von einer Hilfsorganisation betreut? Ja/Nein
    Wenn Ja, von welcher?
7. Haben Sie sich eine private Hilfsperson organisiert?
8. Sind Sie Pflegegeldbezieher?
9. Persönliche Anregung

Männlich/Weiblich
Alter

Mehr als 60% der ausgetragenen Fragebögen (ca. 250) konnten bei der Abholung wieder eingesammelt werden. 95% der zurückgekommenen Fragebögen sprachen sich für die Notwendigkeit eines Sozialen Dienstes aus. 64 % konnten sich vorstellen, die Hauskrankenpflege in Anspruch zu nehmen. Ein Kostenbeitrag von ATS 150,--, € 10,90,--pro Stunde wurde von den Befragten als akzeptabel empfunden.
Mit dieser Grundlage wurde die Bevölkerung wieder informiert.

Vereinsgründung

Ein weiterer Schritt war, einen eigenen gemeindenahen Verein zu gründen. Gemeindenah deswegen, um alle in der Gemeinde vertretenen Parteien einzubinden und damit eine entsprechende Breitenwirkung im Dorf sicherstellen zu können. Es wurde auch versucht, aus der Bevölkerung interessierte Personen für die Mitarbeit des Vereines zu gewinnen. Motto „Alle gemeinsam werben für den Sozialen Dienst“. Durch Einbindung des Landes (Sozialreferat) konnte gleichzeitig ein guter Kontakt zu den zuständigen Stellen des Landes Burgenland hergestellt werden. Daten und Unterlagen des Landes wurden in das Konzept des Sozialen Dienstes mit eingearbeitet.

1998 Gründung eines Vereines unter Beteiligung aller im Gemeinderat vertretenen Parteien. Zum Obmann wurde Vizebürgermeister Hans Lotter gewählt.

Personal

Die ersten Patienten wurden von Vizebürgermeister Lotter selbst angeworben.
Durch die hervorragend geleistete Arbeit unserer ersten Mitarbeiterin (Grafl Gertraud) wurde der Sympathiewert des Sozialen Dienstes rasch gesteigert. Es konnten bald eine zweite und eine dritte Mitarbeiterin angestellt werden.

Finanzierung

Die Finanzierung des Vereines beläuft sich mit

1. Sätze des Landes Burgenland
2. Gemeindesubventionen
3. Spenden diverser Vereine
4. Sätze des Landes Burgenland
5. Private Spenden
6. Mitgliedsbeiträge

Administration

Für die administrativen Aufgaben konnte die Gemeinde Schattendorf gewonnen werden. Es entstehen keine Kosten für den Verein.

Regionaler Verband

2002 Einbindung der umliegenden Gemeinden Loipersbach, Baumgarten und Draßburg. Zusammenschluss zu einem regionalen Verband.