Soziale Dienste absichern

hundstorfer„Soziale Dienste absichern und weiterentwickeln“

 

 

  

Interview Sozialminister Rudolf Hundstorfer

 

 

Sozialminister Rudolf Hundstorfer erklärt im Interview zum Sozialen Jahr, warum es notwendig ist, die derzeit von Zivildienern   erbrachten wichtigen sozialen Dienstleistungen – unabhängig von einem eventuellen Wegfall des Zwangsdienstes Wehrpflicht – für die Zukunft abzusichern.

 

Wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen Zivildienst und Sozialem Jahr?

 

 

 

 

Hundstorfer: Die Unterschiede – und auch die Vorteile – liegen klar auf der Hand. Auch unabhängig von der Diskussion um den Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht ist es notwendig, die jetzt von Zivildienern erbrachten wichtigen sozialen Dienstleistungen für die Zukunft abzusichern. Denn aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Zahl der Stellungspflichtigen Jahr für Jahr sinken. Sind es im Jahr 2012 noch 45.016 junge Männer, so werden es 2021 nur noch 36.657 sein. Hier ist das Modell des bezahlten, freiwilligen Sozialen Jahres ein guter Ersatz und eine Weiterentwicklung des Zivildienstes, die dafür sorgen wird, dass Trägerorganisationen wie z.B. das Rote Kreuz auch in Zukunft einen festen Bestand an motivierten Mitarbeitern haben. Fast überflüssig zu erwähnen ist, dass diese wichtigen Aufgaben in sensiblen Bereichen somit künftig von motivierten, freiwilligen und gut ausgebildeten Menschen erbracht werden, nicht von „Zwangsverpflichteten“.

 

Lange wurde ja über die Bezahlung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie „Zuckerln“ wie z.B. Anrechnung für weitere Ausbildungen diskutiert.

 

Hundstorfer: Die Bezahlung erfolgt auf Basis des Kollektivvertrages. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten 1.386 Euro, 14-mal im Jahr und sind sozialversicherungsrechtlich abgesichert. Damit geben wir Menschen die Möglichkeit, fair bezahlt und sozial- und arbeitsrechtlich abgesichert Erfahrungen in wichtigen Zukunftsberufen im Pflege-, Sozial-, und Gesundheitsbereich zu sammeln. Und wir bieten ihnen mit hochwertiger und verwendbarer Ausbildung im Umfang von mindestens 180 Stunden einen soliden Grundstein für ihre weitere berufliche Entwicklung. Diese wird außerdem für die weitere Berufsausbildung, auf geforderte Praxiszeiten und als Vordienstzeiten im öffentlichen Dienst angerechnet. Und es bringt Zusatzpunkte bei Aufnahmetests in Schulen, FHs und Unis.

Können damit alle – derzeit von Zivildienern - erbrachten Leistungen abgedeckt werden?

 

Hundstorfer: Ja, denn da wir jetzt die sogenannten „indirekten Kosten“ wie z.B. durch die Wehrpflicht und den Zivildienst entgangene Sozialversicherungs- und Steuereinnahmen nutzbar machen, können sogar 8.000 Plätze pro Jahr finanziert werden. Wenn man berücksichtigt dass künftig nur noch Gesundheits- und Sozialeinrichtungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des bezahlten, freiwilligen Sozialen Jahres erhalten, dann können die Zivildiener in diesem Bereich nahezu völlig abgedeckt werden. Und die Kosten für Staat und Trägerorganisationen bleiben – trotz höherer, fairer Entlohnung für die Teilnehmer – gleich.

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